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Betriebsausgabe oder Privatvergnügen?

Netzwerktreffen sind bei UnternehmerInnen sehr beliebt. Es werden Geschäftskontakte geknüpft, bereits bestehende Geschäftsverbindungen gepflegt und Erfahrungen ausgetauscht. Für die weitere Entwicklung unserer Unternehmen sind Netzwerktreffen nicht mehr wegzudenken. Und ganz nebenbei genießen wir in geselliger Runde leckeres Essen und Getränke.

Wie gehen wir nach den Netzwerk-Veranstaltungen mit den Belegen der Gaststätte um? Sind diese Belege Bewirtungsbelege – also Betriebsausgaben? Oder sind sie als reine Privatausgaben einzuordnen?

Im Einkommensteuergesetz finden wir die Aussage, dass Betriebsausgaben Aufwendungen sind, die durch den Betrieb veranlasst sind. Wir könnten also sagen, dass ein Netzwerktreffen eine Veranstaltung ist, die für unseren Betrieb wichtig ist und somit betrieblich veranlasst ist. Damit könnten wir die Ausgaben für Essen und Getränke steuerlich geltend machen. Allerdings gilt das nur für die Bewirtung von Personen – also UnternehmerIn und Geschäftspartner – aus geschäftlichem Anlass. Selbst dann sind nur 70 % der Aufwendungen steuerlich abzugsfähig (und auch nur dann, denn die Vorgaben des Einkommensteuergesetzes eingehalten werden). Die restlichen 30 % der Bewirtungsaufwendungen sind steuerlich nicht abzugsfähig, dürfen also den Gewinn des Unternehmens nicht mindern.

Wenn auf dem Beleg der Gaststätte nur mein Essen und meine Getränke aufgeführt sind, ist dies keine Bewirtung von Personen. Und somit kann ich keinen einzigen Cent meines Belegs steuerlich geltend machen.

Wenn die Abwesenheit vom Mittelpunkt unserer betrieblichen Tätigkeit mindestens 8 Stunden beträgt, können wir die Verpflegungspauschale geltend machen. Diese Verpflegungspauschale beträgt bei mindestens 8 Stunden Abwesenheit € 12,00.

Wer sich dennoch dafür entscheidet, den Beleg der Gaststätte zu seinen Buchhaltungsunterlagen zu nehmen, sollte den Betrag und „nicht abzugsfähige Betriebsausgaben“ verbuchen. Für mich stellt sich dann die Frage: Warum einen Beleg einbuchen, der nicht abzugsfähig ist? Ich persönlich mache das nicht – diesen Zeitaufwand spare ich mir.

 

 

 

 

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